Neue Post aus Mahajanga

Verfasst von Antsika am 27. October 2007 - 13:14 | Neuen Kommentar schreiben

Heute habe ich Post aus Madagaskar bekommen.

Die Kinder Florance, Bienvenue, Rolland, Nadia und Martine haben für Ihre Paten eine Nachricht geschrieben.

Den Paten habe ich sie bereits per Mail weitergeleitet. Aber hier möchte ich sie für alle noch einmal zeigen.

Bienvenue schreibt: An Herrn Detlef,

Ich danke Ihnen sehr. Ich bin zufrieden, denn Sie unterstützen mich. Ich werde fleissig lernen. 

Rolland schreibt das gleiche:

Nadia schreibt an ihre Patin Petra:

Liebe Frau Petra
          Wie geht es Ihnen? Mir geht's gut. Ich danke Ihnen sehr für Ihre
          Unterstützung, damit ich lernen kann. Denn ich bin sehr zufrieden, ich   werde artig sein und gut lernen.
Gott begleite Sie.

Florance schreibt an ihre Patin Monika:

Liebe Frau Monica,
                Wie geht es Ihnen? Mir geht's gut. Ich bedanke mich sehr bei Ihnen für
                alles, was Sie schon Gutes für mich getan haben.Schönen Dank.
               Ich bin zufrieden: ich werde artig sein und gut lernen.
              Florance

 

Mein persönliches Patenkind Martine schreibt:

Ich danke Ihnen sehr, denn Sie unterstützen meine Eltern. Ich bin  zufrieden und lerne fleissig.

Ich weiß, dass sie gut lernt, denn sie ist die Klassenbeste.

Rondro fährt kommende Woche noch einmal ins Dorf Ankazomenavony und wird das Geld für die nächsten Monate November bis Februar 2008 plus Bouns für Weihnachten auszahlen, den Vertrag mit der Mutter von Odivelo abschliessen, und hoffentlich Fotos von Odivelo und Georgette machen können.
Denn ab November beginnt die Regenzeit, dann ist die Strasse zum Dorf ohne Fahrzeug mit Allrad nicht passierbar.

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  1. Bild von Kieselsteine
    Kieselsteine Says:
    27. October 2007 - 19:20

    unartig

    Hallo Antsika

     

    Hast Du den Kleinen zurückgeschrieben, dass das prima sei, dass sie noch besser unartig und eigenwillig lernen sollen?

    Dass auf Machmit auch ganz unartig und eigenwillig gelernt wird. (-;

    Sicher vergisst Rondro kommende Woche, wenn er  nach Ankazomenavony fährt, den Computer nicht, damit wir bald den Blog von Florance, Bienvenue, Rolland, Nadia und Martine bewundern können hier auf Bloghouse...!

     

    Grüsse

    Patrick


    »

  2. Bild von bigeagle198
    bigeagle198 Says:
    28. October 2007 - 9:04

    Guten Morgen Patrick, Rondro

    Guten Morgen Patrick,

    Rondro ist eine Frau und von Beruf Deutschlehrerin. Sie bildet sozusagen das kommunikative Bindeglied zwischen den Paten respektive dem Verein Antsika und den Menschen  vor Ort.

    Die Kinder in Madagaskar brauchst Du im Gegensatz zu den Kindern in Deutschland nicht zum Lernen motivieren. Die empfinden das nämlich als großes Privileg. Ist doch Bildung auf Madagaskar die einzige Chance etwas an ihrem Leben zu ändern. Ganz anders dagegen sieht es doch in Deutschland aus. Wenn man schon alles hat, ist es sehr viel schwieriger sich selbst zu bewegen.

    Tja, ich bin jetzt noch in der Pflicht. bevor Rondro etwas auszahlen kann, muss ich erstmal die nötigen Mittel von Deutschland zu ihr transferieren. Gestern habe ich von Angela den Auftrag dazu erhalten, heute und morgen wird die praktische Umsetzung erfolgen. Bisher hat das aber immer sehr gut geklappt.

    Gruß

     

    Alfred


    »

  3. Bild von Antsika
    Antsika Says:
    28. October 2007 - 20:13

    Computer

    Bericht des Hilfeprojektes "Antsika" Madagaskar www.antsika.de

    Hallo Patrick,

    ich möchte dich gern ernst nehmen, doch es fällt mir schwer.
    Alfred hat dir bereits erklärt, dass die Kinder dort gern in die Schule gehen würden, wenn die Eltern es sich leisten könnten.

    Ein Kind durfte nicht gehen, ich konnte die Mutter nicht überreden, es zur Schule zu schicken. Sie wird weiterhin arbeiten gehen mit 9 Jahren ! Bevor man Scherze macht, sollte man sich informieren und die Situation der Kinder näher betrachten.

    Deinen Einwand gegen das "artig" kann ich insofern verstehen, dass es wichtig ist, nicht nur Erwachsenen zu folgen, sondern selbst zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden.
    Den Kindern dort wird Teletabbis erspart, die haben keinen Strom im Dorf, damit auch keinen TV. Die haben nicht mal jeden Tag etwas zu essen. Aber zurück zum Thema.
    Das Bildungssystem dort ist leider noch immer auf "ducken" und "nachplappern" ausgerichtet. Ich kann das Bildungssystem nicht ändern. Aber wenn die Kinder lesen und schreiben lernen, dann haben sie später die Möglichkeit in die Stadt zu gehen, auf das Gymnasium und auch zu studieren. Und sie haben dann sehr wohl die Möglichkeit, ihren eigenen Blog ins Internet zu stellen...

    Was ich meine ist, dass durch das Internet auch das Hinterfragen kommt, die Aufklärung und die Kritik. 2005 gab es die ersten Studentenunruhen...ich fuhr damals durch den Abschuß eines Tränengaswerfers oder wie das heisst., mitten durch.. ist ja wurscht.

    Lieber Patrick, zuerst kommen Lesen und Schreiben, damit öffnen wir den Kindern das Tor zu einem anderen Leben.

    Übrigens hat unser Verein 2005 eine LKW-Ladung Computer runter geschafft. Kannst du auf unserer Webseite www.antsika.de gern nachlesen.  Auch das Gymnasium und die Uni bekamen Computer.

    Aber die Kinder, die hier ihren Paten für die Unterstützung danken, leben in einem kleinen Dorf 20 Km von der Stadt entfernt in ziemlicher Armut. Wenn du sehen würdest, was Florance manchmal essen muss, das würdest du nicht mal einem Tier anbieten.

    So siehts aus.

    Diese Kinder sind dankbar, dass sie wie andere in ihrem Alter, zur Schule gehen DÜRFEN!
    Wenn du weitere Fragen hast, Patrick, dann los. Ich beantworte sie gern, aber bitte sachlich und nicht provokant.

    Okay?

    Übrigens sollte man Kritik eher bei der Erziehung von deutschen Kindern anbringen...oder?
    Die werden durch die Medien auf Konsum manipuliert, vom TV verblödet und von den Eltern meist verhätschelt oder mit materiellem abgespeist anstatt mit Aufmerksamkeit und Liebe.
    Viele bummeln die Schule oder nehmen sie nicht ernst. Oder?
    Dort unten gibt es viele, die lernen und nebenbei arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Das ist ein hartes Leben, sag ich dir. Ich habe dort 5 Jahre gelebt. Ich finde es nicht richtig, wenn sich jemand drüber lustig macht.

    Entwicklungshilfe sollte Hilfe zur Selbsthilfe sein. Will ich einem Land helfen, muss ich bei den Kindern anfangen.
    Wenn sie lesen und schreiben können, stehen ihnen alle Informationen offen, sie sind weniger manipulierbar und können sich dadurch leichter eine eigene Meinung bilden.
    Wissen ist Macht.

    Viele Grüsse

    angela

     

     


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  4. Bild von Kieselsteine
    Kieselsteine Says:
    28. October 2007 - 21:40

    Seele

    Hallo Alfred

     

     

     

    Mir fiel nur auf, dass viele Kinder in ihren Briefen schrieben, dass sie artig lernen wollen. Das kam mir irgendwie traurig bekannt vor.

    Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist. In der Schweiz jedenfalls ist es leider auch so dass die meisten Kinder artig lernen, ja sogar artig lernen müssen.

    Das wichtigste beim Lernen ist für mich das Nein sagen. Allem Neuen zuerst einmal nein sagen. Das schafft für mich erst die Voraussetzung, sich auseinanderzusetzen, wie es das Wort Auseinandersetzen sagt. Dann erst kommt das eigenwillige Neuschaffen des angebotenen Lerninhalts. Das ist dann ein Prozess des Ja Sagens, aber von innen heraus, kein sinnloses auswendig lernen, wie auch dieses Wort Auswendig es doch so schön umschreibt.

    Leider wird das an Schweizer Schulen nicht gerne gesehen.

    Erst durch den Trotz setzt für mich der eigentliche Denkprozess ein. Viele Lehrer, die ich hatte, wollten widerspruchloses annehmen ihrer ausgegossenen Weisheiten. Sie liebten Schüler nicht, die zuerst zu allem nein sagten und erst nach reiflicher Überlegung etwas eignes aus dem bauten, was da die Lehrer alles so vorsetzten. Ich bekam immer den Vorwurf zu hören ich höre ja gar nicht zu. Das stimmte insofern, dass ich das Gehörte nicht direkt in mich aufnahm, sondern es erst überdenken wollte. Das konnte dann unterumständen länger dauern als ein Schulstunde.

    Ich finde man sollte den Kinder Mut machen bockig zu sein.

     

    Hallo Angela

     

    Ich wollte nicht provokant sein. Ich habe mir lange überlegt wie ich es schreiben soll, dass es nicht arrogant erscheint. Ich habe dann allerdings gespürt, schon bevor ihr Antwort gaben, dass mir das nicht so recht gelungen ist. Du hast nun während dem ich Alfred eine Antwort schrieb alles was mir am Herzen liegt gleich selber in schönen Worten gefasst.

    Ich kämpfe nicht gegen Schulen, weil ich gegen das Lernen bin. Ich habe in meinem Leben sehr schlechte Erfahrungen gemacht in der Schule und lernte diesen Ort leider kennen als ein Ort, der jegliches Lernen verunmöglichte. Das war auch hart für mich. Ich war und bin ein neugieriges Kind. Natürlich hatte ich immer genug zu essen. Doch das nicht Mitdenken dürfen hat mich auch ausgehungert. Nicht im Bauch zwar, aber in der Seele.

    patrick


    »

  5. Bild von Antsika
    Antsika Says:
    30. October 2007 - 0:23

    Nachplappern -Lernen?

    Bericht des Hilfeprojektes "Antsika" Madagaskar www.antsika.de

    Hallo patrick,

    das kann ich verstehen, daher auch mein Hinweis oben "ich kann das Bildungssystem nicht ändern"...
    ich dachte mir schon, dass dein Kommentar genau dahin geht, wie du es jetzt erläutert hast.
    Ich habe dort gesehen, wie die Kinder lernen. Der Lehrer spricht etwas vor, die kinder plappern nach. Es gibt dort eine strenge Disziplin. Es wird nicht geschwatzt und es gibt wirklich nur diese Artigkeit gegenüber dem Lehrer, der dort noch eine echte Autoritätsperson ist. Man kann dem Lehrer auch keinen Vorwurf machen, das liegt am System.
    Die frühere Regierung und die Franzosen damals waren nicht am "Mitdenken" interessiert, das Volk sollte gehorchen. Vielleicht gibt es deshalb keine Untergrundbewegung und keine Rebellen, ausser ein paar aufmüpfigen Studenten.
    Übrigens gingen die Studenten damals auf die Strasse, weil sie eine Mensa haben wollten...die Demos wurden mit Wasserwerfern und Tränengas zum Schweigen gebracht.
    Rondro ist selbst Lehrerin, ich habe oft mit ihr diskutiert. Mir ging es darum, dass die Lehrer ihren Schülern selbständiges Denken und In-Frage-stellen beibringen müssen. Aber Rondro unterrichtet am Gymnasium. Das ist schon was anderes. Diese Kinder hier  sollen erstmal die Grundschule absolvieren, damit sie überhaupt irgendwelche Chancen bekommen.
    Und an dem text in den Briefen sehe ich, aber das ist meine persönliche Meinung, dass die Kinder vielleicht nicht wussten, was sie schreiben sollen. Jemand wird ihnen gesagt haben, dass sie schreiben sollen, dass sie gut lernen und eben "artig" sind. Ich weiss noch, ich sollte auch immer artig sein. Und ich konnte meine Mutter am besten beruhigen, wenn ich ihr schrieb, dass ich bei Oma "artig" sei. ich glaube so ist das auch gemeint.
    Wollen wir das nicht überbewerten und hoffen, dass sie die Grundschule absolvieren und sie mit zunehmendem Alter und Wissen, vielleicht sogar das Gymnasium absolvieren und dann auch das selbständige Denken einsetzt.
    Freiheit, auch im Denken, muss man sich leisten können.
    Solange Hunger dein Denken bestimmt, ist dir die Freiheit nicht so wichtig. Glaube mir.
    Hinzu kommt, dass sie immer noch die Ehrfurcht vor Weissen eingetrichtert bekommen. "Da kommt ein weißer Gott aus einer anderen Welt und hilft mir. Was soil ich da schreiben? ich schreibe, dass ich das erfülle, was er von mir erwartet. Denn ohne ihn kann ich nicht zur Schule gehen. Also schreibe ich, was er vielleicht hören möchte: ich bin artig und lerne gut." Wollen wir versuchen sie zu verstehen und nicht zu urteilen.
    Liebe Grüsse
    angela

     

     

     

     

     


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  6. Bild von Kieselsteine
    Kieselsteine Says:
    30. October 2007 - 14:04

    Kaffe und Kuchen in Ankazomenavony

    Es ist sehr interessant was Du schreibst. Ich bin froh, habe ich Euch nicht verärgert.

    Das ist auch immer das Schwierige, die Gradwanderung andere achten zu können, staunen zu können, sich beeindrucken lassen, und auf der anderen Seite selbständig zu bleiben, nachdenken zu können. Beides ist wichtig. Manchmal reisst es auch stark an einem. Ich glaube so ist das Denken, ständig am pendeln, vom draussen stehen, zum sich hineingeben, wieder und wieder.

    Die Welt ist so gross. Es gibt unglaublich viele Menschen, die alle auf ihre Art mit dazu beitragen, dass wir irgendwie weiter kommen.

    Natürlich wäre es schön, wenn wir eine Wirtschaft hinkriegen würden, die kein Hunger mehr verursacht auf der Erde. Ich habe dazu ja in meinem Blog etwas geschrieben, von dem ich denke es hätte im Kern etwas, in Richtung gerechterer Weltwirtschaft. Weg vom Überlebenskampf, hin zur Teilnahme. Doch das ist auch nur ein kleiner Gedanken- Mosaikstein und die Idee stammt auch nicht von mir. hier. Rondro wird mit ihrer Arbeit als Lehrerin viele andere Mosaiksteine dazu fügen. Und die Kinder zeichnen übrigens sehr schön, und gehen hoffentlich bald an die Uni oder lernen etwas anderes, um ebenfalls an neuen Welten zu arbeiten.

    Und wer weiss, vielleicht gibt es in dem Dorf Ankazomenavony dann doch irgendeinmal noch ein Internet Cafe mit Kaffee und Kuchen und wir lesen dann die Blogs von Florance, Bienvenue, Rolland, Nadia und Martine hier auf Bloghouse.

    patrick


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  7. Bild von admin
    admin Says:
    30. October 2007 - 14:34

    E-Mail Blogging

    Also man könnte es ja mit E-Mail Blogging versuchen.

    Das ist ressourcenschonend und wäre sehr spannend.

    Das könnte so ähnlich werden, wie das Projektbloggen in Bitterfeld Wolfen. Das hat auch zwei Jahre gebraucht, bis jedes Projekt gebloggt hat, aber jetzt ist es sehr interessant.

    Hat denn irgendjemand mal kurz  Zugang zu einem Computer mit Internetzugang?

    Viele Grüße

    Hagen

    PS: ich finde die Bilder auch toll!

    2.PS: So sieht Ankazomenavony, Mahajanga, Madagascar von oben aus! Sind jetzt eher wenige Strassen!


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  8. Bild von Antsika
    Antsika Says:
    31. October 2007 - 0:16

    Fundament

    Bericht des Hilfeprojektes "Antsika" Madagaskar www.antsika.de

    Lieber Patrick,

    du siehst mich lächeln. Ich sehe wir verstehen uns.

    Nicht beim dach anfangen, beim Fundament. Wenn man das gelegt hat, sitzt man irgendwann auf dem Dach und schaut in die WElt, meinetwegen bei Kaffee und Kuchen.

    Ja, es geht nur ein Weg nach Ankazomenavony, der ist in der Regenzeit nicht befahrbar. Ich gehe bald zurück und dann werden wir den nächsten Brunnen bauen. Shocked)
    Essen, sauberes Wasser und Schulbildung, sind die Fundamente für ein neues Haus, eine bessere Welt.
    Also lass uns weiterhin Fundamente legen Shocked)

    Liebe Grüsse

    angela

     

     

     


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