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Für Paula u. a. "Stadtmenschen"
Verfasst von Uli am 22. June 2009 - 9:35 | Neuen Kommentar schreiben
habe ich in Köln zweimal vergeblich versucht, mit der Veröffentlichung eines Kapitels aus dem jüdischen Werk der Weltliteratur "Der Born Judas" hinzuweisen.
Paula ist der Nick einer Bloggerin in Köln mit jüdischen Vorfahren, die deswegen Schlimmstes erlebt hsben.
Begründet wird die Ablehnung des Beitrags unter anderem mit der Verleumdung, ich hätte Geklautes verwendet.
Es folgen die nbereits vor der Löschung von ca. 50 Usern angesehenen Texte (mein 2. Versuch):
Für Paula u. a. Stadtmenschen
(21.06.2009 | Spiegel)
habe ich gestern vergeblich versucht, mit dem Kapitel "Das Buch der Schöpfung" auf die Sammlung von jüdischen Legenden, Märchen und Erzählungen "Der Born Judas" aufmerksam zu machen.
Das "Stadtrat-Team" hat das ahnungslos zunächst verhindert. mehr...
Der kleine Tipp des "Herrn Stadtrats" laut IN: "99 Prozent aller Internet-Nutzer hätten den Beitrag, den Sie unbedingt als Blog einstellen wollen, per E-Mail verschickt. Bloggen und Textklauen sind zweierlei..."
Das heißt: Mir wird Diebstahl unterstellt und ohne weiteres das Bloggen bei den Kölner Stadtmenschen unmöglich gemacht. Ich könnte ja E-Mails verschicken!
Da ich noch nicht glauben kann, dass das im Sinne der Verantwortlichen im Hause NevenDumont ist, mache ich jetzt einen zweiten, allerdings auch letzten Versuch und stelle dem "Buch der Schöpfung" etwas aus dem Nachwort des Herausgebers, EMANUEL BIN GORION voraus.
"Die erste Ausgabe des >Born Judas< begann 1916, während des ersten Weltkrieges, im Insel-Verlag zu erscheinen; der Sammler, da er seinen Dank an seine Förderer zum Schluß seiner Vorrede zum Ausdruck brachte, vermerkte ausdrücklich: >Ich darf auch nicht unerwähnt lassen, daß der Verlag mir die Hand zu diesem Werke während der schweren Kriegszeit gereicht hat.< Im Jahre 1933, als die Machthaber des Dritten Reiches ihr Vernichtungswerk am jüdischen Volke zunächst mit gesetzlichen Einengungen begannen, ging das Werk an einen innerjüdischen, den von Lambert Schneider geleiteten Berliner Schocken-Verlag über. Die von diesem mit hingebungsvoller Treue am Werk besorgte Ausgabe von
1934 ließ den >Born Judas< aus einem der Weltliteratur angehörenden Buche des deutschen Sprachkreises zu einer Trostfibel einer von der beginnenden Heimsuchung betroffenen engeren Gemeinschaft werden, die darin - in der symbolischen Sprache von Legende, Märchen und Volkserzählung - Weisheit, Mut und Glauben der Altvordern wiederfand und an der geistigen Hinterlassenschaft des mittelalterlichen verfolgten Juden sich stärkte beim Anbruch eines modernen Mittelalters, grausamer und wilder als jenes erste und jede Notzeit sonst.
Fünfundzwanzig Jahre sind seither vergangen - Jahre, in denen über das jüdische Volk die größte Katastrophe seiner Geschichte hereinbrach, deren Erinnerung allen überlebenden Juden ins Fleisch eingebrannt ist und auch durch die Wiedererstehung Israels als Nation nicht gemildert wird. Wenn ich also heute, weniger noch als ein Menschenalter nach dem Geschehenen, meine Hand zur Erneuerung des Buches gebe in dem Land, von dem es ausgegangen ist, so nicht, weil ich vergessen könnte, dürfte oder wollte. Die Zeit, da an den Fabeln und Geschichten des >Born Judas< unschuldige Kinder sich ergötzen mochten, ist vorüber. Vorbei auch, wie ohne Genugtuung festgestellt werden soll, die Zeit, da das Buch selbst im Abwehrkampf stand, eins mit den Verfolgten, Gemarterten und Verbrannten.
Vielleicht aber ist gerade jetzt die Zeit gekommen, da diese Sammlung befragt werden kann von jedem, dessen Herz demütig genug ist, daß es ihm eingibt zu fragen. Ihnen, wer sie auch sein mögen und welche Sprache sie auch sprechen, will ich es nicht vorenthalten haben. Ich will nicht der Stein sein, der die Quelle verriegelt.
Tel Aviv 30. Dezember 1958."
Das Buch der Schöpfung sowie Kommentare zum Beitrag folgen in "Kommntaren" Uli
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22. June 2009 - 10:49
das Buch
DER BORN JUDAS
Legenden, Märchen und Erzählungen
gesammelt von
MICHA JOSEF BIN GORION
Übertragen von Rahel bin Gorion
Neu herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Emanuel bin Gorion
1963
erschienen im Insel-Verlag
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»22. June 2009 - 10:55
M. J. bin Gorion
Micha Josef Berdyczewski, später auch Micha Josef Bin Gorion
(* 7. August 1865 in Medschybisch, Russisches Reich, gest. 18. November 1921 in Berlin)
war ein hebräischer Schriftsteller.(Wikipedia unter M. J. bin Gorion, dort weitere Einzelheiten)
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»22. June 2009 - 10:59
escapes Kommentar
am 21.6.09
Auf dieses Buch wäre ich ohne deinen Hinweis nie gestoßen, Spiegel. Schön, dass du daran erinnerst ... nicht nur intern.
/Hier sammelt sich, aus alten Quellen gespeist, was an Frohsinn und Trauer, an Weisheit, Witz und Torheit, an Frömmigkeit und Glauben in Historien und Anekdoten vori bärtigen Generationen an immer glatter rasierte Geschlechter überliefert wurde./, schreibt E. Stein in Die Zeit vom 8. 1. 1960.
/... stolze Schicksalsergebenheit und schmerzlicher Hochmut, zaghaftes Bewußtsein einer Erleuchtung aus erster Hand, Überlegene Lebensfremdheit und hilflose Sicherheit --- Widersprüche, die etwas vollkommen Geschlossenes ergeben. Und nicht selten blitzt von diesem noch immer flackernden Leuchter einer jener Funken, die im großen Licht der Weltliteratur aufgegangen sind./
Zeitungsartkiel kann man /nacherzählen/ -offensichtlich *darf* man das auch ohne Quellenangabe- Literatur nicht. Da fehlt dann etwas Entscheidendes ...
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»22. June 2009 - 11:08
"Das Buch der Schöpfung"
Das Buch der Schöpfung
Ein frommer Mann war bereits siebzig Jahre alt geworden und hatte keinen Sohn. Dieser Mann war sehr reich und pflegte jeden Tag nach dem Bethause zu gehen. Sah er beim Verlassen des Gotteshauses Knaben, die aus dem Hause ihres Lehrers kamen, so umarmte und küßte er sie und sprach zu ihnen: Sagt mir, was habt ihr heute gelernt? Die Kinder trugen ihm die Sätze aus der Schrift vor, die ihnen an diesem Tage verständlich gemacht worden waren, und der Mann weinte und sprach: Wohl euch, ihr Väter, daß es euch vergönnt war, Kinder zu haben, die der Lehre beflissen sind! Und weiter sprach er: Wehe mir, daß all meine Habe eines Fremden Erbteil werden soll. Und der Fromme machte sich auf und verteilte sein ganzes Vermögen unter die Schriftgelehrte. Er sprach: Vielleicht, daß auch ich mit ihnen im Eden einen Platz haben werde.
Hierauf überkam den Ewigen, gelobt sei er, das Mitleid und er schenkte dem Manne mit siebzig Jahren einen Sohn.
Als der Knabe fünf Jahre alt wurde, nahm ihn sein Vater auf die Schulter und trug ihn nach dem Lehrhause. Erfragte den Lehrer: Mit welchem Buche soll mein Sohn anfangen? Der Lehrer antwortete: Wir nehmen als erstes die Priesterlehren durch. Der Vater aber sagte: Nein, mein Sohn soll zuallererst in das Buch der Schöpfung eingeführt werden, denn dieses enthält eine Lobpreisung des Herrn. Und so fing der Knabe mit dem ersten Buche Moses an.
Eines Tages sprach der zu seinem Vater: Wie lange willst du mich noch auf deiner Achsel ins Lehrhaus tragen? Laß mich selber gehen, ich kenne den Weg und finde allein dorthin. Da sprach der Vater: So geh allein.
Als aber der Knabe draußen war, begegnete ihm ein Bote des Königs, und wie dieser sah, daß der Knabe schön war, hob er ihn auf und trug ihn fort.
Da nun die Zeit des Mittagsmahles herannahte und der Vater seinen Sohn nicht kommen sah, ging er zu dem Lehrer und fragte: Wo ist mein Sohn, den ich zu dir geschickt habe? Der Lehrer antwortete: Das weiß ich nicht, er ist heute zum Unterricht nicht erschienen. Wie das der Vater vernahm, fing er zu weinen und zu schreien an; er begab sich auf den Platz, von wo aus die Straßen auseinandergingen, und fragte überall: Habt ihr meinen Sohn gesehen? Das und das sind seine Merkmale. Allein man antwortete ihm: Wir sind einem solchen Knaben nicht begegnet. Da jammerte der Vater des Kindes und seine Mutter; sie klagten und wälzten sich im Staube umher, bis ihr Geschrei vor den Himmel kam.
In dieser Stunde übermannte den Herrn das Erbarmen, und er ließ über den König des Landes, wo jener Knabe gefangengehalten wurde, eine Krankheit kommen, daß er zu seinen Knechten sprach: Holt mir das Buch der Heilmittelkunde. Das befolgten die Diener. Allein Gott spielte ihnen statt des Heilbuches das Buch der Schöpfung in die Hände. Sie öffneten das Buch, seine Schrift war ihnen jedoch unverständlich. Da sprachen sie zu dem Könige: Wie uns scheint, ist das ein jüdisches Buch. Und sie suchten nach einem Judäer, konnten aber keinen finden. Da sprach der Botengänger des Königs: Als ich einst durch ein Dorf zog, stahl ich dort einen ebräischen Knaben, vielleicht kann dieser das Buch lesen. Der König sprach: Bring mir diesen Knaben. Also führte der Diener den Knaben vor den König. Der Fürst sprach zu dem Jüngling: Mein Sohn, vermagst du vielleicht aus diesem Buche zu lesen? Du würdest dich und uns dadurch glücklich machen. Als aber der Knabe das Buch erblickte, begann er zu schreien und zu weinen und fiel auf die Erde. Der König sprach: Mir ist?s, als hättest du vor mir Angst. Der Knabe entgegnete: Mir ist nicht angst, allein ich bin der einzige Sohn meines Vaters und meiner Mutter, und der Herr hat mich ihnen geschenkt, als mein Vater schon siebzig Jahre alt war; mein Vater war es auch, der mich in diesem Buche hat unterweisen lassen. Und der Knabe sprach weiter: Ich verstehe wohl darin zu lesen. Er fing mit den ersten Worten der Schrift an und kam bis zu der Stelle, wo Himmel und Erde und all ihr Heer vollendet waren. Darauf fragte der König: Bist du auch imstande, das alles zu deuten? Alsbald gab der Heilige, gelobt sei er, Weisheit, Vernunft und Verstandesschärfe dem Knaben ein, und er vermochte alles, was er gelesen hatte, klar auseinanderzusetzen. Wie nun der König von der Allmacht Gottes Kunde empfing, stand er von seinem Throne auf und ließ den Knaben darauf sitzen. Und des Knaben Rede floß immer weiter. Da sprach der könig: Mir ist durch dich Heil beschieden worden; fordere von mir, was du begehrst. Der Knabe gab zur Antwort: Ich verlange von dir nichts mehr, als daß du mich meinem Vater und meiner nutter zurückgebest.
Alsbald verordnete der König, daß man den Knaben nach seiner Schatzkammer führe, ihm Gold, Silber und Edelsteine gebe und ihn in sein Vaterhaus bringe.
Als die Eltern des Knaben ihren Sohn wiederkommen sahen, ließen sie Lob und Dank vor dem Herrn erschallen und wurden voll übergroßer Freude.
Daher lehrten unsere Weisen: Wenn dieser hier, der seinem Sohne nur den Anfang der Schrift beibrachte, solchen Lohn erntete, um wieviel mehr wird einer gesegnet, der seinen Sohn die ganze Schrift und ihre Auslegungen lehrt.
Wenn dieser Knabe, der nur eine Stunde seinem Vater Ehre zukommen ließ, so hoch gehalten wurde, um wieviel höher steigt einer, der Tag und Nacht Vater und Mutter ehrt. Der Preis des Diesseits und des Jenseits wird ihm zuteil.
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»22. June 2009 - 11:22
ein weiterer Kommentar
und meine Antwort:
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22.06.2009 | 01.23 Uhr | jesus_vom_lazarett Warum nur habe ich mit solchen Geschichten so grosse Probleme??
Weil ich Maerchen dieser Art nicht mag.
"Wenn dieser Knabe, der nur eine Stunde seinem Vater Ehre zukommen ließ, so hoch gehalten wurde, um wieviel höher steigt einer, der Tag und Nacht Vater und Mutter ehrt. Der Preis des Diesseits und des Jenseits wird ihm zuteil."
Wenn ich an meine Kindheit denke und an die Kindheit vieler anderer Kinder, die von ihren Eltern misshandelt wurden und werden, die ihre Kinder sexuell missbrauchen und ausserdem noch Geschaefte damit machen, faellt es mir schwer, Lobeshymnen anzustimmen.<!-- kommentartext -->
22.06.2009 | 06.22 Uhr | Spiegel Deine Frage wirst Du am besten selber beantworten, J.!
Vermutlich hängt es damit zusammen, was Du von Deiner Kindheit andeutest.
Niemand verlangt von Dir, gut zu heißen, dass Kinder von ihren Eltern misshandelt wurden und werden, sexuell missbraucht wurden und werden und ausserdem noch Geschaefte damit gemacht werden.
Das soll zwar gar nicht ganz selten vorkommen. Aber in der Regel ist das anders!
Das "göttliche" Gebot Vater und Mutter zu ehren, hat jedoch so oder so seinen Sinn, denke ich.
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»2. July 2009 - 22:49
Das Bildnis
"Das Bildnis" ist eins der biblischen Mären aus dem Born Judas. Darin geht es um Moses, eine der bekanntesten Personen des Alten Testaments.
Nachdem ich bei den "Stadtmenschen" (in Köln) mit dem "Buch der Schöpfung" vergeblich den Versuch gemacht hatte, aus dem Born Judas zu ziieren, um auf das Gesamtwerk M. J. bin Gorions hinzuweisen, konnte ich auf der Stadtmenschen-Plattform in Sachsen-Anhalt inzwischen "Das Bildnis" veröffentlichen-
Es ist per Link oder unter der folgenden Adresse zu finden:
http://mz.stadtmenschen.de/blogs/mod_blogs_eintrag/blog/kstablog_mz/them...
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»31. July 2009 - 11:07
PS. am 31.7.09
zur Geschichte der Schöpfung aus "Der Born Judas", gesammelt von M. F. bin Gorion:
Mir freundlicher Genehmigung des Insel-Verlages habe ich heute zum dritten Mal die "Geschichte der Schöpfung" bei den Kölner "Stadtmenschen" eingestellt.
Sie ist inzwischen freigestellt und online.
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