Der Artikel erschien heute in der Zeitung.
Hilfsprojekt der Beruflichen Schulen Untertaunus kämpft mit bürokratischen Hürden.
Schüler und Lehrer der Beruflichen Schulen Untertaunus mit Gastgebern bei ihrem Besuch im tansanischen Arusha.
Längst haben sie dort Freunde gefunden, denen sie auch künftig helfen wollen.TAUNUSSTEIN Bürokratische Hürden haben den erfolgreichen Abschluss des zweiten Tansania-Hilfsprojekts der Beruflichen Schulen verhindert. Doch in Taunusstein lässt man sich nicht entmutigen und plant eine Fortsetzung - bis hin zum Austausch von Schülern und Lehrern.
Die 40 Computer samt Zubehör liegen noch immer im Hafen von Daressalam fest, zwei Lehrer und fünf Schüler aus dem Untertaunus konnten deshalb den EDV-Klassenraum der Duluti Secondary School in Arusha nicht abschließend einrichten. "Doch das Projekt ist mehr als nur das System konfigurieren und voreinstellen", sagt Christian Brühne von den Beruflichen Schulen. Die Kontakte nach Tansania sollen weiter bestehen, möglichst ausgebaut werden. "Wir dürfen die Leute nicht hängen lassen", wünschen sich Brühne und sein Kollege Eberhard Daub.
Die 40 von der Firma Avaya gesponserten Computer hatten Fachoberschüler des Fachbereichs Informatik für die Installation vorbereitet und für den Versand nach Tansania eingepackt. Eine Hamburger Spedition übernahm den Transport nach Daressalam, doch dort gab es dann Probleme mit den Behörden und dem Weitertransport. Die beiden Lehrer der Beruflichen Schulen und ihre Schüler Christopher Weiss, Etienne Körner, Philip Scherer, Alexander Storch und Daniel Dommermuth, die alle auf eigene Kosten nach Afrika geflogen waren und dort einen Teil ihrer Ferien opferten, warteten vergeblich auf die Lieferung der PCs.
Damit wollten sie die katholische Ordensschule, die auf einer alten Kaffeeplantage aufgebaut wird, mit neuester EDV-Technik versorgen. Was möglich war, haben die Computerspezialisten der Beruflichen Schulen gemacht. Dazu gehörte auch eine Schulung des Personals in Arusha. Mangels Computern wurde dies auf den mitgebrachten Notebooks erledigt.
So blieb auch noch Zeit, Land und Leute näher kennen zu lernen und neue Kontakte zu knüpfen. Beispielsweise zu einer anderen Schule im Ort, die nun versprochen hat, weiterzuhelfen. Begeistert erzählen die Schüler vom Kontakt zu den Menschen in Tansania, die alle freundlich und nett seien. "Wir haben mehr als Touristen erlebt", sagt Philip Scherer, denn man habe mit den Einheimischen zusammen gelebt, mit ihnen gegessen, mit ihnen in den kalten Nächten gefroren. Nur beim Duschen habe man "nicht zimperlich" sein dürfen, erinnert sich Etienne Körner ungern. Das seien Eindrücke, die man nie vergessen werde, fügt ihr Lehrer Eberhard Daub hinzu.
Im Januar kommen die ersten Schüler in die Duluti Secondary School in Arusha, dann soll auch das Personalgebäude endlich stehen. Doch noch fehlt Geld, um den Neubau fertig zu stellen. Pater Pius, der Leiter der Schule, hat den Lehrern der Beruflichen Schulen Untertaunus deshalb eine Gewerkeliste mitgegeben, in der Hoffnung, dass sich in Deutschland Sponsoren dafür finden.
Informationen gibt es bei den Beruflichen Schulen Untertaunus in Hahn, E-mail , und im Internet unter der Adresse: www.bsutaunus.de
Von Mathias Gubo
Vom 15.09.2006
Quelle: wiesbadener-kurier.de



