USA-Reise

Das volunteer center in Huntsville

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Anschließend ging es zur Oakwood University einer traditionell „schwarzen“ Privat-Universität mit Prägung der 7-Tage-Adventisten und nur 1800 Studenten. Religion und die afro-amerikanische Tradition wird hier bis heute groß geschrieben: 90% sind Afro-Amerikaner aus dem ganzen Land. Hier konnten wir sogar mit dem President und seinem Fundraising-Chef sprechen, ein Abschlussgebet gehörte auch dazu und interessante Fundraisingstrategien: sie haben hier viel Land was sie gewinnbringend vermarkten wollen; ein  Bereich ist auch der alte Friedhof, wo schon die Gründungsväter beerdigt wurden, hier werden die letzten Ruhestätten für mindestens 1.000 $ verkauft, die an die Universität fließen.

Nach diesem Termin und einem Mittagessen in einer echten Redneck-Mitropa-Kneipe, die hier sehr beliebt ist und gutes, preiswertes Essen in etwas schmuddeligem Ambiente bietet und an einer gottverlassenen Kreuzung außerhalb der Stadt liegt, ging es zum volunteer center der Region Huntsville, in Trägerschaft von Hands on, einer landesweiten Non-Profit-Organisation. Das Profil des Freiwilligen-Zentrums ist sehr mit unserem vergleichbar, Information und Beratung von Bürgern, Non-Profit-Organisationen, Anerkennungskultur und Freiwilligenprojekte entwickeln. 8 Mitarbeiter, davon einige Freiwilligendienstler, die in der Umgebung von Huntsville vor Ort kleinere Freiwilligenprojekte aufbauen und als „Engagement-Lotsen“ fungieren. Internet spielt hier auch eine große Rolle, vor allem für jugendliche, die sich über Facebook und Twitter  austauschen und andere zum Engagement animieren. Das Freiwillligen-Zentrum erfasst von allen ihren „Kunden“ ob am Telefon, Internet, in der Beratung, bei Freiwilligenprojekten, Schulprojekten – bei allem – die Kontaktdaten der potentiellen Freiwilligen und kontaktiert sie anschließend regelmäßig über häufig Tagesaktivitäten und Engagementgesuche, aber auch Anerkennungsveranstaltungen u.ä.  gute Idee, so halten sie langfristig Kontakt und können auch Berufstätigen und Schülern Kurzzeit-Engagements – weitestgehend automatisiert – anbieten. So kommen sie auch auf beieinduckende Freiwilligenkontakte 20.000 pro Jahr, die sich über ihre Information haben ansprechen lassen und sich in irgendeiner Form engagieren. Auch über Internet finden viele – vor allem Jüngere – zu ihrem Engagement. Eine bzw. verschiedene landesweite Datenbanken helfen dabei www.serve.gov/ oder www.1-800-volunteer.org

Ihr Engagementkatalog sieht auch etwas informativer aus als unsere LuMi-Liste.

Ich hätte noch viele Fragen gehabt, aber das meeting war etwas überladen, denn die Freiwilligenkoordinatorin von humanity for habitat… wollte auch noch ihre Organisation und Erfahrungen vorstellen – interessante weltweite Non-Profit-Organisation, die nur mit Freiwilligen Häuser für obdachlose oder arme Familien aufbaut – so ein Haus entsteht hier in etwa 10 Wochen, die Nutzer erhalten zinslose Kredite und das Haus kostet auch nur etwa die Hälfte, da es vor allem von Freiwilligen unter professioneller Anleitung und mit einem guten Management aufgebaut wird. Ist in den USA eine sehr erfolgreiche Organisation und viele Freiwillige haben großen Spaß mit den zukünftigen Nutzern gemeinsam das Haus zu bauen – gibt tolle emotionale Geschichten wie Jugendliche hier lernen Verantwortung zu übernehmen für gesellschaftliche Randgruppen, dabei viel Praktisches aber auch Teamarbeit lernen. Toll!

Das war’s dann aus Huntsville, Alabama. Morgen (Mittwoch) geht es nach New York, wo am Donnerstag und Freitag noch einige meetings anstehen und am Samstag noch ein bisschen Shopping und Sightseeing und dann heißt Olaf go home!

Montag, 22. Juni 09

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Der erste offizielle Termin in Huntsville fand in einem Hospiz statt, wo Freiwillige sterbende Menschen und der Familien begleiten und unterstützen. Wir sprachen mit der Freiwilligenkoordinatorin, die vor allem mit Schulen und deren Schülern zusammenarbeitet, was ein besonderes Management erfordert, da sich die meisten Schüler nicht in der Sommer(ferien)zeit engagieren. Interessant auch, das dieses Hospitz eine For-Profit-Organisation ist, die neben einigen anderen auch mit dem Non-Profit-Hospiz existiert bzw. konkurriert, wobei nur das Non-Profit-Hospiz private Spendenmittel akquirieren darf und somit einen klaren Marktvorteil hat. Dies scheint vergleichbar mit den deutschen Pflegediensten, die ihre Mittel auch wie hier von den Kranken- bzw. Pflegekassen erhalten. 

Das Hospiz zeichnet sich aber durch ein besonders gutes Freiwilligen-Management und guten Ruf in der Begleitung der Sterbenden aus, was entscheidend für ihren Erfolg ist. Da können einige Pflegedienste noch lernen… Sie bieten hier neben der Begleitung der Sterbende auch vielfältige Dienste sonstige Unterstützung für die Angehörigen (Einkaufen, Arbeiten im und ums Haus u.v.m.) an.

Danach ging es zur University of Alabama (in Huntsville) wo wir mit dem Director of Technology Commercialization und mit der Leiterin des Alumni-Büros der Uni sprachen – eher ein Termin für Caroline (zweiter Teil unserer „Reisegruppe“, Fundraising-Beauftragte an der TU München).

Danach ging es durch den riesigen Forschungspark – hier haben viele große US-Technolgie-, Luft- und Raumfahrt-Firmen ihre Forschungsabteilungen angesiedelt – zum U.S. Space and Rocket Center.

Hier wurden und werden die Raumfahrt Technologien und und großen Missionen von Appollo bis Mars und Challenger und wie sie alle heißen – übrigens lange Zeit unter Leitung von Wernher von Braun, dem ehemaligen Entwicklungsleiter der Raktenforschungsabteilung (von 1937-1945) der Nazis, der die V2, die hochgefeierte Vernichtungswaffe der Nazis, die 1945 gegen London und Antwerpen zum Einsatz kam, entwickelt hat.

Die dunkle Vergangenheit wird hier aber nahezu vollständig ausgeblendet und von Braun wird hier als großer Held der Luft- und Raumfahrttechnik gefeiert, nach ihm sind viele Gebäude benannt und viele - auch die Universität von Alabama glorifizieren ihn hier.

Dem Besuch und der Ausstellung aller möglicher ziviler und militärischer Luft- und Raumfahrttechnik konnte ich allerdings nur bedingt etwas abgewinnen – unsere Freiwillige und Robert dafür umso mehr, weshalb wir erst nach mehr als zwei Stunden aus dem Museum wieder raus waren.

Morgen ist der letzte Programmtag in Huntsville mit mehreren Uni-Terminen und dem Besuch des volunteer-center, da bin ich schon gespannt…

Huntsville, Alabama – 20./21. Juni

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Der Samstag war fast komplett weg, durch den Flug nach nach Huntsville, Alabama. Das ist zwar nicht so wahnsinnig weit, aber eh man so aus dem Hotel raus, zum Flughafen, eingecheckt, Zwischenstopp in Detroit (2,5 h), angekommen, Auto abgeholt und im im Hotelzimmer erfolgreich samt Gepäck gelandet ist, waren gut 10 h vergangen.

Blieb noch Zeit zum telefonieren, Abendessen, Berichte und mails schreiben, ein bisschen Shopping und der Tag ist um. In Huntsville ist übrigens sonniges, schwühl-heißes Wetter, 34 Grad Celsius und über 100% Luftfeuchtigkeit – ohne Klimaanlage unerträglich – so stellt man sich die Südstaaten vor… 

Heute am Sonntag hat uns Lisa Brunnegraff, eine Freiwillige vom International Services Council of Alabama, die Stadt gezeigt, wenig Spektakuläres, aber sehr viel Grün, Bäume, kleine Hügel – fragt man sich wie das bei der Hitze gedeihen kann, aber das macht die hohe Luftfeuchtigkeit und auch lange anhaltende Regen – fast tropisches Klima hier und ein nettes kleines Museum, mit alten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert haben wir auch gesehen, wie ihr Euch denken könnt, ausschließlich durch Spenden und Freiwilligenarbeit betrieben.

Nicht zu vergessen, die wunderbaren südstaatlichen Villenviertel – so lässt es sich leben, zumindest inside, dank Air Condition.
Wunderbar war auch der nächste Familienbesuch in einer dieser alten Villen, nicht ganz so prächtig wie auf den Fotos, aber dafür sehr stilvoll – drei alte (weiße) Ladies (alle zwischen 65 und 82 Jahre) empfingen uns und hielten Konsversation über Gott und die Welt – bei einem deftigen original südstaatlichen Essen (Maisbrei, Bohnen, Brokkoli, Mais und Schwein) – sehr lecker; bedient wurden wir übrigens von einer Afro-Amerikanerin, es erinnerte mich dann doch unweigerlich an ein anderes Jahrhundert.


Diese beiden Familienbesuche in Minneapolis und hier) waren schon sehr gegensätzlich, wie auch die Menschen, Städte und Landschaft, aber das musste ich eigentlich bei allen Stationen meiner Reise feststellen und bin dankbar, so viele unterschiedliche Ausschnitte des amerikanischen Landes und Lebens kennenzulernen – New York, die letzte Station der Reise wird noch mal anders – dazu dann mehr ab Mittwoch.

Minneapolis: Freitag, 19.6.09

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Nach dem Frühstück im Minneapolis Club holte uns Dr. Al Carp - ein Freiwilliger vom Minnesota International Center, dem lokalen Sponsor (Programmkoordinator) ab und chauffierte uns den ganzen Tag durch die City, oder besser gesagt die Doppelstadt Minneapolis / St. Paul.

Beides sind typische Nordstaaten-Städte, die durch viele Brücken über den Mississippi miteinander verbunden sind. Die Downtown von Minneapolis ist nicht sonderlich schön, viele Baustellen und Wolkenkratzer, die durch Skyways alle miteinander verbunden sind, das sind verglaste Brücken, die vor den extremen Temperaturen im Sommer über 40 Grad Celsius und im Winter unter – 20 Grad Celsius schützen – man kann also durch die gesamte klimatisierte Downtown laufen ohne in die Kälte oder Hitze zu kommen – das ökologische Gewissen muss man hier eh an vielen Stellen ausschalten, wobei sich das scheinbar zumindest im Bildungsbürgertum zu wandeln scheint, das wird vor allem am Stromsparen (im Büro wird über Nacht neuerdings auch das Licht ausgeschaltet und nicht völlig unterkühlten Räumen und Autos oder auch der zunehmenden Nutzung von kleineren Hybridautos statt der großen Vans sichtbar. 

Al brachte uns zum ersten Treffen mit dem Leiter von EMERGE, einer Non-Profit-Organisation im Bereich der Arbeitsförderung. Sie qualifizieren und bilden Immigranten und sozial Schwach Gruppen aus, unterstützen bei der Jobsuche und Bewebungen und betreiben selbst kleine (Bau)unternehmen mit ihren Klienten.

Danach war ausnahmsweise mal eine längere Mittagspause die wir zu einem Museumsbesuch im Minnesota Institut of Art nutzten – eine beeindruckende Kunstsammlung aus aller Welt und allen Epochen, angeblich die größte japanische Kunstsammlung in Amerika, aber auch die großen europäischen Meister, Moderne Kunst, selbst Feininger ließ sich hier finden, was mich als Hallenser natürlich freute. Riesige Sammlung jedenfalls, die in einer Stunde nur blitzlichtartig und ausschnittweise an mir vorüberzog – übrigens alles kostenfrei und wahrscheinlich zu großen Teilen privat finanziert – jedenfalls ließen die Namen der Gebäudeflügel darauf schließen.

Danach ging es weiter zu einem der 30 TOP Dow Jones – Unternehmen „3M“ – ein Globalplayer, der in vielen Geschäftsbereichen (Kunststoffe, Medizinprodukte, Büromaterial u.vm.) tätig ist. Hier konnten wir mit dem CSR-Chef-Strategen sprechen und viel Interessantes über die vielfältigen Strategien und Corporate Citizenship-Programme erfahren und gutes Material mitnehmen. Mehr unter www.3Mgiving.com

Weniger interessant oder besser gesagt authentisch war der Dr. Schmitz, Director of Corporate Strategy bei Land O’ Lakes, Inc., einem großen Lebensmittelunternehmen in den USA. Natürlich haben sie auch hier eine CSR-Strategy und vielfältige Aktivitäten, aber noch nicht so lange und weniger strategisch als bei 3M.

Am Abend stand dann das erste „Familienabend“ auf dem offiziellen Programm und das war trotz diverser Schauermärchen von Robert, der hier schon echt skurile Sachen erlebt hat, sehr nett. Tracy an Val Prescott, zwei Teenager, und noch Gäste aus der Nachbarschaft empfingen uns sehr freundlich mit einem tollen Abendessen, Bier und Wein… so muss das hier sein. War wirklich interessant von ihren Lebensgeschichten, politischen Auffassungen, Erwartungen an Obama und Wahrnehmungen von Deutschland zu hören, so weit ich es halt verstand – spätestens hier wäre ein besseres Englisch wirklich hilfreich, wobei es durch den alltäglich Gebrauch schnell besser wird oder zurückkommt aus den Untiefen meines Gedächtnisses?

So, das war’s für heute und aus Minneapolis / St. Paul, Minnesota. Morgen geht es dann nach Huntsville, Alabama.

Freiwilligendienste für Senioren und Mentorenprogramme

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Kelly O’Brien stellte uns die vielfältigen Angebote von Volunteers of America für Senioren vor – sehr vielfältig. Ihre Arbeit ist vergleichbar mit unserer – nur für die Zielgruppe 55+ und sie arbeiten fast landesweit (in 11 Landkreisen). Sie haben vor allem eine Vielzahl interessanter Freiwilligendieste für Senioren: neben Senioren- und Pflegebegleitern Programme wie Telefriends wo ältere Mentoren Schüler über ein Jahr begleiten, die ihnen am Telefon vorlesen – klingt erstmal komisch, ist aber für wenig mobile Kinder (die wenig erwachsene Bezugspersonen haben) und Senioren interessant und scheinbar sehr erfolgreich: SeniorService oder eine anderer Freiwilligendienst, der Experience Corps – wo Senioren eine Mentorenschaft für Schüler (konzentriert auf 3. Klasse) übernehmen und bis zu 8 Schüler über ein Jahr hinweg sehr individuelle begleiten, um sichtbare Lernerfolge zu erzielen.

Die Mentoren arbeiten in enger Abstimmung mit den Lehrern direkt an der Schule und geben quasi individuelle Nachhilfe in zusätzlichen Stundeneinheiten (30 min pro Tag) pro Schüler an 4 Tagen in der Woche. (Sie kommen so auf 10 – 15 h pro Woche Freiwilligendienst). Das scheint ein sehr spannender Ansatz, den wir auch nach Deutschland (sicher etwas abgewandelt) versuchen könnten, zu übertragen.

Die Vielfalt der Freiwilligendienste für Senioren seht ihr hier. Kelly steht uns für weitere Fragen zur Verfügung

Den krönenden Abschluss dieses wohl eindrucksreichsten Tages bildete dann ein Termin bei Mentoring Partnership of Minnesota. Das ist eine NGO, die interessierte Bürger, andere NGO’s und Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Mentorenprogrammen berät und in der Qualifizierung von Freiwilligenkoordinatoren viel Expertise hat und hier verschiedene Ausbildungsgänge anbietet.

Sie beraten hier landesweit 400 Mentorprogramme und 70 große Unternehmen (die in einem high level Unternehmensnetzwerk organisiert sind) – ich bin schwer beeindruckt und habe viel wertvolles Material mitnehmen können, an dem wir wohl noch Monate an der Übersetzung arbeiten können, was uns aber eine Menge Anregungen geben wird, z.B. ein komplettes Handbuch zum Aufbau erfolgreicher Mentorenprogramme, Handreichungen zum Freiwilligenmanagement, Qualitätsmanagement in Mentorenprogrammen, 10 Punkte-Plan zur Entwicklung von Mentorenprogrammen in Unternehmen oder ein Fragebogen für eine online-Befragung der Unternehmensmitarbeiter als Grundlage für die Implementierung von Mentorenprogrammen in Unternehmen - Für uns super nützlich. Ich glaube auch hier können wir noch viel lernen und sollten den Kontakt weiter nutzen.

Soviel zu den Eindrücken von heute – morgen geht es weiter mit einem vollen Programmtag, an dessen Ende noch ein home hosting ansteht – auch das gehört hier zum offiziellen Programm und ich bin gespannt was mich bei Familie Prescott so erwartet… zum berichten werde ich dann wohl erst am Samstag kommen, da geht es dann schon wieder weiter nach Huntsville, Alabama. Viele Grüße und schönes Wochenende!

Von Unternehmensberatern bis zur Suppenküche

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Heute war wieder einer von den Tagen, wo ich kaum zum Verarbeiten der vielen Eindrücke komme, da mir das am besten gelingt, in dem ich hier schreibe, macht Euch auf einen längeren Bericht gefasst:

Es ging los ging los bei einem interessanten Projekt „ProBid“ zur Unterstützung von benachteiligten Kleinstunternehmen. Hier werden sozial Benachteiligte (Behinderte u.a.) mit wirtschaftlichem Sachverstand qualifiziert und beraten, um ihre Chancen bei öffentlichen Ausschreibungen für kleinere Bauaufträge zu steigern. Interessant: das Projekt basiert auf einer Partnerschaft des Verkehrsministeriums des Bundesstaates (die verpflichtet sind 15% der Aufträge an Benachteiligte zu vergeben), der Stadt St. Paul (die ebenfalls verpflichtet sind zur Gleichstellung benachteiligter) und der NGO, die dieses Projekt entwickelt hat. Allein das meeting war für uns schwer beeindruckend: hier haben sich nur für uns zwei Deutsche der halbe Bundesstaat versammelt, genauer ca. 15 vollbeschäftigte Leute vom Kongressmitglied des Bundesstaates angefangen, über mehrere Vertreter des Landes-Verkehrsministeriums, der Stadt St. Paul (verschiedenster Referate) bis hin zu dem Leiter der NGO und den Projektleitern, dazu gab es auch noch Essen und Trinken, zu dem wir bei so einem Großaufgebot kaum gekommen sind.

Danach ging es mit dem Auto unserer beiden volunteers – ein sehr nettes älteres Ehepaar, die uns den ganzen Tag durch die Stadt chauffierten, alle meetings mitmachten und nun auch die real volunteer activity beim Dorothy Day Center -  einem Obdachlosen-Treff, bei dem wir gemeinsam mit anderen volunteers das Mittagessen für 360 Obdachlose in 60 Minuten austeilten  (weitere Fotos später).

Das war wirklich eindrucksvoll, professionelles Management, Essen war gut (haben selbst mit den Obdachlosen am Ende gegessen) und echt gute Stimmung sowohl bei den Freiwilligen, wie auch den Obdachlosen. Mit uns standen ca. 8 Freiwillige an der Essenausgabe (Fließband), einige davon haben so einen Teil ihre Mittagspause (wurden für eine Stunde freigestellt von ihrem Arbeitgeber – einer Versicherung) verbracht.

Danach war es schon um 1 Uhr und wir (hatten ja zum Glück schon gegessen) sind ohne Pause weiter zu nächsten Termin.

AmeriCorps

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AmeriCorps

Old Sacramento

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Old Sacramento

Es gibt sie wirklich – die volunteers – Besuch des AmeriCorps-Camps in Sacramento

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Für mich am eindrucksvollsten an diesem mit Terminen vollgestopften Tag war der Besuch bei den AmeriCorps. Hier trafen wir 5 volunteers, die diesen vom Bund geförderten Freiwilligendienst absolvierten (siehe auch Besuch des NACCC-Hauptquartiers in Washington). Die Jugendlichen sind zwischen 18-24 Jahre alt, absolvieren in der Regel einen 10monatigen Vollzeit-Freiwilligendienst und werden bundesweit eingesetzt.

AmeriCorps

Die NACCC hat 5 Camps / Standorte, von denen aus die „kasernierten“ Freiwilligendienstler in ihre Projekte entsendet werden. Die meisten absolvieren ca. 4 unterschiedliche Projekte in den 10 Monaten, häufig praktische/handwerkliche Tätigkeiten (vor allem im Wiederaufbau nach Naturkatastrophen, Aufbau von Wohnhäusern für Arme), auch im Brandschutz bei den großen Waldbränden oder in den vielfältigen freiwilligen Tätigkeiten in NGO’s (Kinder-Sommer-Lager, Leseprojekt an Schulen, Suppenküche u.v.m.).

Sie tragen alle stolz ihre „Uniform“, erhalten ein Bildungstipendium für die Hochschule, Unterkunft und Verpflegung (in der Kaserne oder am Einsatzort), Reisekosten, Kleidung, Krankenversicherung, Zertifikate, Mitgliedschaft im Alumni-Netzwerk (hilfreich bei Jobsuche) und eine tolle Gemeinschaft. Fast alles wird hier von Freiwilligen organisiert, sie haben ein ausgearbeitetes Team-Leader-Konzept. Die Team-Leader erhalten Zusatzqualifikationen und auch finanzielle Anreize und sind für die Vor-Ort-Einsätze verantwortlich, sind Vorbild für die einfachen Freiwilligen (tragen grüne statt graue Uniform)

Auch die Logistik und Zentrale des Kamps – es gibt nur einige wenige Hauptamtliche und ein super-professionelles Management – erinnert ein bisschen an Armee, aber ohne militärischen Drill und die Jugendlichen waren super motiviert und begeistert von ihrer Sache, was sie lernen und welche Chancen ihnen der Dienst bietet – sehr reflektiert.

AmeriCorps gibt es seit 1994 und er soll nun noch kräftig mit Unterstützung von Obama ausgebaut werden. Inzwischen gibt es auch einen SeniorCorps, den lernen wir wahrscheinlich in Minneapolis noch kennen.

Nach diesem eindrucksvollen Tag blieb nur noch ein kurzer Abstecher nach Old Sacramento (Altstadt im Western Style) mit Abendessen – diesmal nicht im Club sondern beim Mexikaner, aber auch sehr gut.

Old Sacramento

Morgen (Donnerstag, 18.6.) geht’s dann weiter in Minneapolis, wo wir heute hingeflogen sind und unser nächstes Luxus-Hotel in Downtown bezogen haben. Hier sitze ich nun und berichte fleißig.

Also dann, bis morgen.

Gründung einer Privat University in der Nähe von Sacramento

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Der erste Termin fand diesmal in einer Anwaltskanzlei in der Nähe von Sacramento statt. Die Anwälte organisieren im Auftrag eines großen Bauunternehmers, Angelo Tsakopoulos, eine langfristige Public Private Partnership zur Gründung einer neuen Universität in der Nähe von Sacramento.

Das besondere hier: der Impuls ging vom Unternehmer aus, der aber nicht die notwendigen  100 Millionen US-$ stiften konnte, sondern ca. 450 Hektar wertvolles Bauland besaß und dieses für sein großes Vorhaben zur Verfügung stellte.

Die Hälfte wird für kommerzielle Zwecke (Wohnungen, Gewerbe etc.) vermarktet und aus den Gewinnen wird der Bau der University zukünftig finanziert. Als Partner konnte nach intensiver Suche die erfahrene private Drexel-Universität aus Philadephia gewonnen werden, die nun eine Zweigstelle in Californien eröffnet – auch für amerikanische Verhältnisse ein ziemliches Novum – für uns kaum vorstellbar; aber es scheint mit viel wirtschaftlichem Sachverstand und unternehmerischem Risiko zu funktionieren.

Auch die lokale Politik, Verwaltung und Bürgerschaft ist in das Projekt eingebunden und unterstützt es. Entwicklungszeit: ca. 8 Jahre bis zum Vertragsabschluss, weitere 12 Jahre, in denen mit dem Bau der Universität begonnen werden muss.

Am Nachmittag nach dem Lunch im Club, bei dem wir nicht, wie erwartet, den Governor Arnold Schwarzenegger trafen – der zog ein Restaurant vor, wo er seine Zigarre rauchen durfte – hatten wir dann einen Termin mit drei erfahren Fundraising-Expertinnen in der Foundation for California Community Colleges

Sie betreiben nicht das Millarden-Fundraising wie die großen Universitäten, sondern sind auch mit kleineren Fischen zufrieden. Sie akquirieren private Mittel für Community Colleges – das sind zweijährige Hochschulen, die sehr praxisorientiert häufig eher technische Berufsausbildung machen – häufig von Firmen unterstützt werden, die besondere Kenntnisse ihrer Absolventen erwarten und bereit sind dafür die Colleges zu unterstützen.

Aber auch Privatpersonen spenden hier recht selbstverständlich Gelder für die Bildungseinrichtungen ihrer Kinder. Besonders interessant für mich: die selbstverständliche Einbindung von Freiwilligen in alle Fundraising-Aktivitäten, von Projekt- oder Kampagnen-Management bis zum Fundraising-Aufsichtsrat, ganz nach dem Motto: Volunteers are the best friends and Fundraiser, weil sie oft viel authentischer und auf gleicher Augenhöhe (peer to peer) den Spendern begegnen können – setzt voraus dass es Freiwillige aus der gleichen Schicht gibt, die Fundraising machen wollen und natürlich braucht es ein super professionelles Fundraising-Management, dessen erste Stufe/Grundlage ein professionelles Friendraising (Freunde gewinnen) ist – without friends – no funds.

Eine gute Datenbank und Zusammenarbeit der Alumni-Abteilung mit der Fundraising-Abteilung ist hier auch selbstverständlich und jahrelang Praxis – da können wir noch viel lernen…

Ein dritter Termin in diesem Kontext fand dann im California State Capitol – dem Landtag von Californien – statt. Und hier wurden wir - ganz anders als im U.S.-Capitol in Washington - sehr würdevoll und hochrangig in historischen, altehrwürdigen Räumen empfangen.

Zwar sind wir Arnold Schwarzenegger auch hier nicht begegnet, dafür wurden wir von der Wirtschaftsabteilungs-Leiterin des Stellvertretenden Governor empfangen und hatten im Captiol ein eindrucksvolles meeting mit dem Chef-Lobbyisten der privaten Universitäten in Californien von der Association of Independent California Colleges and Universities.

Er macht diesen hochdotierten Job (Robert vermutet dass er viel mehr als der Governor von Californien bekommt) seit 30 Jahren und ist hier im Landtag sehr bekannt, erfolgreich und anerkannt. Er hat direkten Zugang zur Sprecherin des Kongress und steht in Kontakt mit vielen Abgeordneten. Konnte erfolgreich verhindern, dass der Governor die Zuwendungen für die Studien-Stipendien (ca. 220 Mio. US-$ pro Jahr) kürzt – übrigens werden diese staatlichen Mittel für Stipendien (von Minderbemittelten, Begabten) durch 4mal so viele Private Mittel der Hochschulen ergänzt.

Aber neben dem Lobbyismus im Capitol berät er auch Unternehmen und Privatiers und ist ein großer Netzwerker zur Förderung der Universitäten und Hochschulen – sehr spannend und beeindruckend. Seine große Gabe, in 20 Sekunden (quasi im Fahrstuhl) die wesentlichen Botschaften an einflussreiche Leute loswerden, ohne zu aufdringlich zu sein. Da brauche ich wohl noch 20 Jahre…

Hier hat sich der Kreis auch wieder geschlossen, denn Mr. Brown war auch der entscheidende Kontaktmann für den Aufbau des PPP-Projektes zur Gründung der Drexel-Unsiversity in Sacramento. Zu ihm ist der Bau-Löwe Angelo Tsakopoulos zu erst gekommen und er hat die entscheidenden Kontakte hergestellt. - Ein beeindruckender Mann.

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