ONG

Fotos und News aus Mahajanga

Seit  Wochen schiebe ich es vor mir her.

Sascha war in Mahajanga und sein erster Weg führte zur Familie der verunglückten Louisiane. Hier sind die Fotos ihrer Beerdigung und von der Familie am Tage seines Besuches. Christian ist auch unser Patenkind.

Zitat aus seiner Email:

Von der Stadt mache ich keine Fotos. Hier hat sich nicht allzuviel verändert. Dafür allerdings habe ich Fotos bekommen von Louisiannes Mutter. Christina und ich waren da. Wir traten ein und als wir unser Beleid verkündeten fing die Grossmutter sofort an zu weinen.

Sie erzählten uns, dass an jenem Tage gar 3 Kinder verunglückt sind; zwei von ihnen Bruder und Schwester einer anderen Familie, die dritte Louisianne. Es war angeblich eine dieser gefährlichen Strömungen die sie alle unter Wasser zog beim Baden. Man habe sie kurz darauf leblos am Strand gefunden; ein Vazaha bemühte sich wohl sofort um den Transport ins Krankenhaus und um die Behandlung - vergebens.

Die Oma erzählte, dass Louisianne Angst hatte, dass sie nicht gut genug in der Schule sein würde wenn ich zurück komme und hat deshalb extra viel gelernt. Ihre privaten Sachen, wovon die meisten ja nun fast neu gekauft waren, haben sie mit in den Sarg gelegt. Dem kleinen Christian haben sie verboten an den Strand zu gehen."

Diese Fotos bekam Sascha von der Familie und hat sie für uns eingescannt.

louisiane1

Die Familie nimmt Abschied.

L 02

 Der Grabschmuck

L 03

Vorn mit den Blumen ihr Bruder Christian.

L 04

Der Sarg wird geschlossen.

Auf dem Friedhof findet sie die letzte Ruhe.

Dort ist ihre Gruft.
Ich glaube, das sind die schlimmsten Fotos, die eine Mutter aufbewahren kann. Die Beisetzung ihrer kleinen Tochter.

Hier kommt nun das Foto von Saschas Besuch bei der Familie:

Natürlich haben sie sich über Saschas Besuch gefreut. Ihnen wurde die Unterstützung ausgezahlt.

Sascha war erschüttert, als er die Fotos sah. Und ich war erschüttert, als ich sie von ihm bekam. Nun gebe ich sie heute an euch weiter.

Kurze Pause, dann kommt das Posting vom Besuch in Ankazomenavony.

Angela

Louisiane ist tot

In den letzten Tagen habe ich es immer wieder vor mir hergeschobe, eine Rundmail an alle Vereinsmitglieder und Paten zu senden, um sie zu informieren.

Ich hatte Stress und viel unter Zeitdruck zu erledigen.
Im Moment geht es drunter und drüber wegen dem Kinderbuch "Pepi", das eine Osterhasengeschichte erzählt und eine CD mit Kinderliedern zum Osterfest kommt auch heraus.  Wen es interessiert, hier könnt ihr reinsehen:

http://www.angela-annecke.de

Heute nun werde ich gezwungen, an alle zu schreiben und eine traurige Nachricht weiter zu geben.

Louisiane, eins unserer Patenkinder, ist tödlich verunglückt.
Sie lebte mit ihrer Familie in Mahajanga in absolut ärmsten Verhältnissen. Sie war ein liebes und fröhliches Mädchen. Ich habe im November Fotos von ihr hier veröffentlicht.
Nun bekam ich heute die Nachricht von Rondro, dass sie letzte Woche im Meer ertrunken ist.

Die Mutter war arbeiten, die Oma im Haus und die Kinder laufen zum Strand.
Louisiane und ihr Bruder Christian (auch unser Patenkind) waren unzertrennlich.

Louisiane kam an diesem Tag nicht nach haus.
 

Am Samstag war die Beisetzung.

Wir werden nun nicht nur den Kindern die nächste Unterstützung auszahlen, sondern auch dieser Familie etwas helfen. Trösten kann man nicht. Für so ein Unglück gibt es keinen Trost.

angela

Bericht vom August 2008

Hallo liebe Paten und Freunde,

Einigen habe ich schon geschrieben, aber ich möchte alle informieren.

Rondro lebt nun in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar. Sie ist nun Betreuerin der Deutschlehrer von Madagaskar. Sie hat somit Kariere gemacht.
Das ist zwar normalerweise eine gute Nachricht, aber für uns war es ein Problem, das wir erstmal gut lösen konnten.
Sie schickte mir noch vor ihrem Umzug einige Zeugnisse. Die Quittungen hatte ich schon, aber es fehlten noch Zeugnisse und einige Fotos.
Einige Dateien konnte ich nicht öffnen, ich habe sie gebeten, diese Dateien mit einem anderen Format noch einmal zu senden.
Es ist schwierig, wenn man ins Dorf fährt, um Fotos zu machen und ausgerechnet dann fehlen einige Kinder.
Die Fahrtkosten sind nicht unerheblich.
Wenn also in den nächsten Tagen noch Fotos oder Zeugnisse von Rondro kommen, dann leite ich sie gleich an die entsprechenden Paten weiter.

Mein Sohn, Sascha ist im August nach Mahajanga gefahren und hat dort mit einem weiteren Vereinsmitglied, Madam Josianne, die Direktorin der Schule getroffen.
Er hat das Geld für alle Patenkinder ausgezahlt, damit der Start ins neue Schuljahr für unsere Schützlinge reibungslos verlaufen kann.
Leider hat er die Kinder aus dem Dorf nicht persönlich angetroffen, denn es waren noch Ferien.
Ich schicke euch zwei Fotos von der Übergabe.
Auch die Familie von Leonie in Mahajanga hat er angetroffen und für den Schulstart das Geld ausgezahlt.
Einige Paten haben angefragt, ob sie Pakete oder Briefe schreiben können. Das ist zur Zeit nicht möglich.
Denn Rondro zu schreiben macht derzeit keinen Sinn. Sie lebt jetzt mit ihrer Familie mehr als 600 km weit weg vom Dorf.
Anschriften und Adressen sind in Madagaskar schwierig.  Wer Post erwartet schafft sich ein Postfach an, oder lässt die Post an die Firma schicken.
Aber unsere Schützlinge haben diesen Luxus nicht.
Es war schon für Sascha schwer, die Direktorin zu treffen, denn im Dorf hat ihr Handy keine Verbindung. Man kann nur eine Mitteilung auf der Mailbox hinterlassen und tagelang warten, bis sie sich meldet. Aber alles hat geklappt.
Auch bei der Familie Leonie musste Zeit investiert werden, um sie zu suchen. Alles hatte sich verändert. Sascha war im April 2005 bei unserem ersten Besuch mit mir dort. Es war schwer für ihn, sie wieder zu finden. Die Fotos halfen auch nicht viel, denn die Hütte sieht heute anders aus.
Schliesslich hat er sie gefunden und vorsichtshalber die Koordinaten bei Google Earth gespeichert... Smiling

Trotzdem keine Angst, in dem  Betrag, der ihnen ausgezahlt wurde, ist die Unterstützung bis Oktober enthalten, einmal neue Kleidung, neue Schulmappe inklusive aller Hefte, Stifte und Utensilien, die sie brauchen.

Ich bin froh, dass er einspringt und dadurch die Betreuung der Kinder weitergeht. Er hat nun den Kontakt zur Direktorin der Schule und kann das nächste Mal seinen Besuch ankündigen.
Die Direktorin bekam die Summe insgesamt ausgezahlt und die Listen mit den Namen der Kinder für die Quittungen.

Ich weiss nicht, ob schon alle Paten für das neue Schuljahr 2008/2009 den Betrag überwiesen haben, wenn nicht, dann denkt bitte daran.

Viele Grüsse
Angela

--------------------
 

 

 

Inhalt abgleichen