1992 schrieb Neal Stephenson einen Roman - Snow Crash. Das Buch inspirierte unter anderem die Macher von Second Life ein Metaversum zu erschaffen: Eine Welt von allgemeinem und öffentlichem Nutzen, in der Menschen interagieren, spielen, Geschäfte tätigen und anderweitig miteinander kommunizieren können. Auch die Firma Keyhole, die Google Earth entwickelte und anschließend aufgekauft wurde, wurde durch das Buch inspiriert.
Da ich neugierig auf die Story hinter beiden Produkten war habe ich 533 Seiten Snow Crash tapfer durchgelesen
und kann es jedem empfehlen, der über Verschwörungstheorien bzgl. Second Life brütet. Das Buch kommt mir vor, wie der erste, ausgestrahlte Videoclip von MTV im Jahre 1981. Er hat die Welt verändert, ohne daß die Welt das am Anfang wahrgenommen hat Es ist putzig geschrieben, teilweise langatmig bis es auf den Punkt kommt (SF Fans werden es natürlich nicht langatmig finden). Der Punkt ist, dass sich seit der sumerischen Gesellschaft vor 5.000 Jahren nicht wirklich etwas verändert hat auf der Welt und das Drogen, Viren und Religionen die gleiche Struktur haben (sich selbst reproduzierende, parasitäre Informationen). Was mich fasziniert, ist die Selbstverständlichkeit, mit der sich die Figuren im Buch ins Metaversum "brillen" um beispielweise Informationen von einem Bibliothekar (Avatar) zu erhalten, die sie in der echten Welt benötigen. Das Metaversum ist fest eingebaut im Leben, so wie heute Internet, Fax, Telefon, E-Mail. Die Story erinnert mich an die Erfindung der Elektizität, die die Nacht vor 100 Jahren erleuchtete und damit die Welt veränderte. Es gibt übrigens heute noch Flecken auf der Erde ohne Elektrizität, Internet, Fax, Telefon, E-Mail. Genau wie es in 100 Jahren Plätze ohne Google Earth und Second Life geben wird (aber Strom haben die dann bestimmt schon
) Mein Fazit: Ich bin nicht die Zielgruppe für Science Fiction und Fantasy Kram, aber das Buch ist lesenswert, wenn man mehr über virtuelle Welten verstehen will. de.wikipedia.org/wiki/Snow_Crash